HÄUFIGE FRAGEN

1. Wird das Abbaugebiet Hanickel nach bzw. während der Kalksteingewinnung eine Kraterlandschaft sein?
Nein, auf keinen Fall. Der Kalkstein wird mit einer „rollierenden Gewinnung“ abgebaut. D.h. zunächst wird Boden abgetragen und direkt in einen vorhandenen Verfüllbereich eingebaut. Dann werden die Kalksteine mit einem Bagger gewonnen (keine Sprengung!) und in das Werk (alter Steinbruch) zur Weiterverarbeitung gebracht. Anschließend wird vom nächsten Abschnitt wieder der Boden abgetragen, verfüllt und die Kalksteine gewonnen. Der Vorgang wiederholt sich fortlaufend. Vereinfacht ausgedrückt: Es wird eine Baugrube geöffnet, die Kalksteine werden entnommen, dann die nächste Baugrube geöffnet und mit dem Boden der zweiten Baugrube direkt die erste Baugrube wieder verfüllt.

Durch den Abbau mit einer „rollierenden Gewinnung“ ist die offene Fläche sehr klein (nur ca. 3 ha) und der Eingriff in die Natur sehr gering. Es entsteht also niemals eine Kraterlandschaft oder ein riesiger Krater, wie man es vielleicht von anderen Steinbrüchen kennt. Auch durch die Erweiterung der Gewinnung wird die offene Fläche (nur ca. 3 ha) und somit der Eingriff in die Natur nicht größer.

Darüber hinaus hat die Naturprodukte Rubenheim die Verpflichtung zur Renaturierung des alten Steinbruchs bzw. Rekultivierung der Ackerfläche im Abbaubereich. Außerdem befindet sich das Abbaugebiet im Privatbesitz eines Landwirts, der mit Sicherheit auf die Wiederherstellung seiner Ackerfläche achten wird. Am Ende wird der Hanickel ein natürliches Relief haben.


2. Stimmt es, dass die Kalksteine in geschützten Biosphären-Bereichen gewonnen werden?

Nein. Die Abbaufläche ist kein Naturschutzgebiet, sondern eine intensiv genutzte landwirtschaftliche Fläche (vgl. Raumordnungsplan).


3. Stimmt es, dass es bei der Kalkgewinnung im Steinbruch staubt?

Bei dem Abbau des Gesteins staubt es nicht, da der Fels eine Naturfeuchte besitzt. An sehr trockenen Tagen staubt es beim Transport der Kalksteine. Genauso wie es auch an sehr trockenen Tagen staubt, wenn ein Landwirt mit seinem Traktor über ein Feld fährt. Dies liegt in der Natur des Lehm- und Kalksteinbodens des Bliesgaues.

Wir haben aufgrund der Erfahrungen aus den trockenen Wetterphasen in 2012 reagiert und mehrere Maßnahmen unternommen um die Staubbelastung weiter zu minimieren. Im Werksbereich wurde eine große Staubabsaugung installiert, d.h. der entstehende Staub wird von einem großen Staubsauger an verschiedenen Punkten abgesaugt. Des Weiteren wird der zu befahrende Weg regelmäßig gewässert um den Staub zu binden. Dazu haben wir auch den Wasserspeicher vergrößert. Darüber hinaus wird zukünftig ein weiteres Transportfahrzeug eingesetzt und die Fahrgeschwindigkeit verringert. Die Staubbelastung wird durch diese Maßnahmen auf das Minimum reduziert.

Man sollte aber auch nicht vergessen, dass Kalkstaub als natürliches Produkt nicht schädlich, sondern bei Waldkalkungen sogar gegen die Übersäuerung der Böden eingesetzt wird.


4. Fliegt der Staub bis nach Rubenheim oder Wolfersheim?
Nein. Die Ortschaften sind viel zu weit weg. Beim Kalkabbau entsteht aufgrund der natürlichen Steinfeuchte ohnehin kein Staub. Der Transportweg wird zukünftig gewässert, so dass fraglich ist, ob dabei noch Staub entsteht. In der eigentlichen Steinverarbeitung wurde eine sehr große Staubabsaugung installiert, so dass alle Feinanteile zukünftig abgesaugt werden und dort kein Staub mehr austreten kann.


5. Führt die Erweiterung der Kalksteingewinnung zu einer Verschlechterung?
Nein. Die Art, Menge und Größe der jährlichen Kalkgewinnung bleibt völlig gleich. Die Erweiterung führt sogar eher zu einer Verbesserung. Durch die Investitionssicherheit ist es uns möglich noch mehr in Schutzmaßnahmen zu investieren.

6. Gibt es durch die Kalksteingewinnung negative Auswirkungen für Flora und Fauna?
Nein, es sind keine negativen Auswirkungen bekannt. Der Abbau findet auf einer intensiv genutzten landwirtschaftlichen Fläche statt. Darüber hinaus werden zur Erweiterung eine Vielzahl an Studien über die möglichen Umwelteinflüsse durchgeführt. Außerdem sollten wir nicht vergessen, dass im ganzen Bliesgau und besonders in den Randbereichen des Hanickel schon seit Jahrhunderten Kalkstein gewonnen wurde bzw. wird. Auch ist die Landschaft des Bliesgaus mit seiner einzigartigen Flora und Fauna erst durch dieses Einwirken entstanden. Gerade die alten Steinbrüche sind heute hochwertige und schützenswerte Naturbereiche.


7. Gefährdet die Kalksteingewinnung den Status der Biosphäre?
Nein. Der einzigartige Charakter dieser Region wurde im Zusammenwirken von Mensch und Natur über die Jahrhunderte geprägt. Die Biosphärenregionen werden von der UNESCO nach strengen Maßstäben ausgewählt und anerkannt. Aber das heißt nicht, dass sie unter die Käseglocke gepackt werden. Zur Biosphärenidee passt es auch, die wirtschaftlichen Möglichkeiten einer Landschaft auszuschöpfen. Mit seiner langen Tradition und dem prägenden Charakter für die landschaftliche, wirtschaftliche und soziologische Entwicklung der Region fügt sich der Kalksteinbruch in Rubenheim nahtlos in das Konzept der Biosphäre Bliesgau ein.

8. Kann man die Kalksteingewinnung besichtigen und/oder nach Fossilien suchen?
Ja. Es haben schon Vereine, Schulen und Kindergärten unseren Steinbruch besichtigt. Auch Fossiliensucher statten uns regelmäßig Besuche ab. Wenn Sie Interesse haben, dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf.


9. Macht die Kalksteingewinnung den Premium-Wanderweg über den Hanickel kaputt und schadet es dem Tourismus in der Biosphäre?
Nein. Der Wanderweg Bliesgau Tafeltour geht zwar über Privatbesitz, aber bisher wurde auf eine Sperrung verzichtet.

In der Zwischenzeit konnte wir mit dem Grundstückseigentümer dankbarerweise folgende Lösung erzielen. Der Wanderweg verläuft nun oberhalb der Kalksteingewinnung entlang, so dass sich Wanderer und Transportmaschinen jetzt keinen Weg mehr teilen. Außerdem haben wir am Steinbruch einen kleinen Rastplatz aus Kalkstein eingerichtet und Infotafeln aufgestellt, auf denen der Kalkabbau erläutert wird. Wir wollen, dass ein neuer Lernort in der Biosphäre entsteht, den unter anderem Schulen, Kindergärten und Wandergruppen gerne besuchen. Die Kosten für diese Umbaumaßnahmen haben wir übernommen.

Darüber hinaus werden unser Produkte bei vielen Instandsetzungsarbeiten und touristischen Neubauten eingesetzt. Auch werden Wanderwege mit dem landschaftstypischen Kalk gebaut. Im Rahmen ihrer Ausbildung haben uns auch die sogenannten „Biosphären-Ranger“ (Touristenführer) besucht und mehr über die Bedeutung der Kalkwirtschaft im Bliesgau erfahren. Der Steinbruch unterstützt den aufkeimenden Tourismus in der Region.


10. Wo kann ich Kalksteine sonst noch beziehen?

Unser Kalksteinbruch ist der letzte von ehemals hunderten Steinbrüchen in der Region. Den unverwechselbaren Muschelkalkstein des Bliesgaus können Sie nur noch bei den Naturprodukten Rubenheim oder unseren Partnern beziehen.


11. Was wird aus den Kalksteinen alles gemacht?

Die Anwendungsbereiche des Kalksteins sind vielfältig. Ob der Nachbau einer original römischen Villa im Kulturpark Reinheim-Bliesbrück, ein Buswartehäuschen in Erfweiler-Ehlingen oder eine Dorfmauer in Ommersheim, den Fantasien der Käufer sind keine Grenzen gesetzt. Von besonderen Sägereiprodukten wie Statuen oder Grabsteine, bis hin zu fein gemahlenem Kalk zur Wald- und Feldkalkung werden unsere Produkte zu allem genutzt.


12. Wird die Naturprodukte Rubenheim überwacht oder wird Müll und Abfall auf dem Hanickel eingebaut?

Natürlich wird der Steinbruch streng überwacht. Es ist völlig undenkbar Müll oder Abfall auf dem Hanickel einzubauen. Das ist verboten und strafbar! Die Naturprodukte Rubenheim unterliegt außerdem strengen Auflagen, lediglich sogenanntes Z-0-Material darf verfüllt werden, d.h. nur unbelastete Erdmassen oder der gleiche Boden wie der, der bereits auf dem Abbaugebiet vorhanden ist, ohne jegliche Schadstoffe, darf eingebaut werden.


13. Handelt es sich in Rubenheim um einen großen Steinbruch?

Nein. Die Kalksteingewinnung in Rubenheim ist im Vergleich zu den andern Steinbrüchen in der Region sehr klein und im Vergleich zu anderen Steinbrüchen in Deutschland sogar winzig.


14. Seit wann wird in Rubenheim Kalkstein abgebaut?

Seit der menschlichen Besiedelung des Bliesgaus wird dort bereits Kalkstein abgebaut. Der heutige Steinbruch wurde ca. 1850 gegründet.


15. Ist der Kalkstein teurer als andere Steinmaterialien?
Ja, unsere Produkte sind wegen der Kleinheit des Steinbruch und der umweltschonenden Abbauweise etwas teurer als andere Steinmaterialien von entfernten Steinbrüchen. Allerdings sparen Sie sich einen langen Transportweg und wir können so den Preisunterschied ausgleichen. Gegen billige Importe aus Asien haben wir allerdings preislich keine Chance. Dafür erhalten Sie bei uns einen regionalen Baustoff der zur Landschaft passt.


16. Wie äußert sich die Politik zur Kalksteingewinnung?
Die informierten Politiker stehen der Kalksteingewinnung in Rubenheim positiv gegenüber. Im Vorfeld des Projektstarts im Jahr 2009 wurden wir von Seiten der Politik auch zu diesem Schritt ermutigt. Auch noch heute sieht die überwiegende Mehrheit das Projekt positiv.

Verwundert sind wir allerdings über die eine oder andere Aussage von Politikern, die niemals mit uns über das Projekt gesprochen haben, sich aber erlauben eine Meinung kundzutun. Ein normales Vorgehen wäre es mit dem Betreiber der Kalksteingewinnung in Kontakt zu treten und sich zu informieren, bevor man öffentlich seine Meinung kundgibt.